Marktblatt: Image im Wandel?

Chrysanthemen, Nelken, Gerbera – was verbindet diese Zierpflanzen? Sie gehören zum einen zu den Klassikern, die auch heute noch weltweit am meisten angebaut und verkauft werden. Zum anderen haben sie in unserem Kulturkreis längst nicht mehr den Status einer Modeblume. Doch wenn man mal genauer nachfragt und hinschaut – ist da nicht längst wieder etwas im Wandel?

Ebenso wie Kleidung sind auch Blumen der Mode unterworfen. Nur, dass die Vorliebe für bestimmte Zierpflanzen oftmals länger anhält als bei Kleidungsstücken. Dabei sind wechselnde Blumenmoden keinesfalls eine Erscheinung des 21. Jahrhunderts. Wenn man in die Gartenkultur schaut, erleben wir seit einigen Jahren eine deutliche Rückkehr von Aurikel, Dahlien und Hortensien. Nach den Zeiten des Gestylten und Makellosen erleben die Blumen aus Großmutters Bauerngarten eine Renaissance. Das hat sicherlich mit der Beliebtheit der Magazine zu tun, die sich dem „Landidyll" und der „Landlust" widmen. Und auch die Liebe der Städter zu einem grünen Umfeld (Stichwort „urban gardening") trägt zu dem Hype bei.

Blüten mit langer Geschichte

Besonders Nelken und Chrysanthemen verbindet neben der runden, sympathischen Form und der guten Haltbarkeit noch etwas: Sie haben eine historisch interessante Geschichte, die mit kulturellen und politischen Anlässen im Zusammenhang steht.
Die Nelke (damals war es die Gartennelke) avancierte im 18. Jahrhundert zur Modeblume. Wobei das Züchten und Sammeln von Nelken-Raritäten gegen Ende des Jahrhunderts gar von einer Liebhaberei zur Leidenschaft, zur „Dianthomanie", ausartete. Die „Nelkisten", wie man diese Freaks damals nannte, haben so manchen Spott (unter anderem von keinem Geringen als Johann Wolfgang von Goethe) auf sich gezogen. Im 19. Jahrhundert legte sich die Dianthomanie, um – in sehr abgeschwächter Form – in den 1930er Jahren wieder aufzubrechen. Millionen von Nelken wurden bis Ende der 1950er Jahre per Bahn aus Italien und Südfrankreich nach Deutschland geschafft. In den 1960ern verwelkte die Liebe der Menschen zur Edelnelke.

Ähnlich wie den Nelken ging es auch den Chrysanthemen. Wo sind sie geblieben, die majest.tischen Wunderblumen mit den Kindskopf großen Blütenbällen, die Chrysanthemen in den Farben der Renaissance – Weinrot, Kastanienbraun, Terrakotta und Gold? Ihr schwerer, würziger Duft und ihre pompöse Gestalt sind mit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts verbunden. Damals gehörten Chrysanthemen wie selbstverständlich in den Herbst. Kein Erntedankfest, keine Feier war ohne einen großen Strau. Deko-Chrysanthemen denkbar. Auch diese Blumenliebe verwelkte. Aber nur bei uns in Deutschland. Schaut man einmal weit über die Grenzen – nach China beispielsweise oder nach Japan – sieht das ganz anders aus. Dort werden Chrysanthemen seit ewiger Zeit verehrt und gezüchtet. Dort sind sie die Kultblumen schlechthin.

Endstation Friedhof?

Wer sich heute das Angebot auf dem Blumengroßmarkt ansieht, merkt, dass Nelken, Chrysanthemen und auch die Gerbera nicht aus den Sortimenten verschwunden sind. Ganz im Gegenteil. Nie zuvor gab es so viele Sorten, Farben und Neuheiten. Bordeauxfarbene Nelken mit einem feinen Champagnerrand, pinkfarbene Chrysanthemen, die wie Wuschelköpfchen aussehen, gefüllte Minigerbera in Trendarben – es wird von den Züchtern so Vieles getan, um gerade diese drei Schnittblumen bei uns wieder in den Blickpunkt zu rücken. Schauen Sie doch mal genau hin … Nelken, Chrysanthemen und Gerbera sind weit mehr als die idealen Blüten für die Trauergestaltung.

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